SR 1

rechnen

Ich hab ihn noch. Seit der 7. Klasse. Und wir waren der erste Jahrgang, der den Taschenrechner bekam; vor uns gab’s nur einen vorsintflutlichen Rechenstab, mit dem ich sicher nicht zurecht gekommen wäre. Der SR 1 hat richtig viel Geld gekostet, jeder mußte über 100 Mark dazubezahlen. Waren’s 120,-? Ich weiß es nicht mehr.
Ich weiß aber noch, daß ich es schnell mit gemeiner Kopfrechnenfaulheit zu tun hatte, wie viele andere auch. Und irgendwann hat jemand gemerkt, daß man sogar einzelne Worte zahlschreiben und - wenn man den Taschenrechner um 180° dreht - lesen kann, und dann hat jeder versucht, selbst welche zu versuchen, immer mit verdrehtem S.

esel

Es gab zum Taschenrechner eine Hülle aus hartem Leder (oder ähnlichem), rötlich-braun. Im Laufe der Jahre hab ich immer mehr an ihr herum gepuhlt, irgendwann hab ich sie weggeschmissen. Während der Schulzeit klebte auf der Vorderseite ein GIRL!-Aufkleber drauf mit zwei sich unverschämt verlustierenden Teufelchen (oder Teufel und Engel). Während des Studiums ein BRAVO-Aufkleber von Nirvana. Auf der Rückseite stand so was wie Fuck, Shit und Metallica.

Manchmal habe ich den Taschenrechner in die Hosentasche gesteckt und kam mir vor wie jemand mit schmaler exquisiter Zigarettenpackung am Hintern. Ich hab zwar nicht geraucht, aber stark fand ich das trotzdem.

Die Batterie übrigens hält seit damals.
Mein uralter Taschenrechner hilft mir schnell und zuverlässig, wenn ich vor lauter Eile 57 und 89 nicht im Kopf zusammenkriege. Oder so. Wie auch immer. Er hilft halt. Das ist gut.

20 Responses to “SR 1”


  1. Und das ist er auch…

  2. Sich auf Kosten Anderer lustig machen.
    Das mag ich - wenn’s nicht um mich geht.

  3. 7353 ist aber der berühmte Esel ;)

  4. Das weiß ich natürlich, da sind wir dann später drauf gekommen…

  5. achso..
    Klassiker sind natürlich auch 38317 und 7139

  6. Das mit der Batterie - das glauben’Se doch wohl selber nicht.

  7. Ups, da kann ich mit meinem modischen Casio mit 2-Zeilen-Display und Hintergrundbeleuchtung natürlich nicht mithalten ;)

  8. Das mit der Batterie, Frau B., das stimmt ausnahmsweise mal.

  9. Und Helmut ist ein Angeber!

  10. Ooooohhhhhh!
    Ein freudiger Ausruf des Wiedererkennens.
    Hm, irgendwo müsste meiner auch noch existieren. Glaube ich zumindest. Dann jedenfalls mit dieser grauseligen Hülle (Leder? Pah!), auf der wohl immer noch Garfield, Cure und Ärzte backen.

  11. Ich fand dass damals ziemlich gemein.Meine Schwester war damals auch bei den Ersten,die mit Taschenrechner rechnen durften….
    Und hinter diesen Rechenschieber sind die wenigsten gestiegen,denke ich.Ich musste jedenfalls immer eine Probeaufgabe rechnen,damit wieder klar war,wie das Teil funktioniert….
    Benutzt so ein Teil überhaupt noch jemand?????

  12. Ja, Anke. Ich.
    :o)

    Ach, Frau Araxe, apropos “backen”. Ich kann mich erinnern, irgendwann mal einen Aufkleber auf der Hülle gehabt zu haben, der mir schnell missfallen hat… so machte ich ihn ab, doch die Klebereste haben noch ewig weitergeklebt, und immer hingen irgendwelche Fusseln dran.

  13. Ähm,ich meinte eigentlich den Rechenschieber.

  14. Ach so.
    Ha ha. Naja… ich hab zu viel Kaffee getrunken, glaub ich.

  15. *ggg*
    Ich wunderte mich ja schon etwas, was die Benutzung des Rechenschiebers betraf.

  16. Ja, es waren 120 Mark,
    Ja, meine Batterie geht auch noch.

    Aber diese Hülle, nee ich weiß nich. Meine war nach 2 Jahren schon total zerrissen. Aber wir waren stolz wie Bolle, als wir das Teil hatten.

  17. Noch ein witziger Rechner-Dreher:
    0li = 170
    Eli = 173

    Jetzt gebt mal ein Oli + Eli = ….

    Ich fand’s damals witzig!

  18. “31907018″ war wohl das längste taschenrechnerwort.

  19. Oha! DAS kannte ich noch nicht.
    (War wohl zu anspruchsvoll.)

    Und sehn Se, Frau Budenzauberin, nicht nur meine Batterie geht noch.
    :)

  20. […] So als Jugendliche und Metal Fan (Heavy Metal ist immer noch gut lesbar an der Rückseite meines Taschenrechners zu erkennen, damals eingeritzt mit dem Zirkel) und nicht so vielen Postern an den Wänden, wie ich eigentlich gern gehabt hätte, hab ich selbst ein paar Musiker gemalt. Mit Pinsel und Farbe. Vier junge Männer mit langem Haar. Der eine hatte schwarzes, glattes Haar, der andere lockiges blondes, dann war da noch einer mit glatten blonden und einer mit braunen, so ein bisschen wild und auftoupiert. Einer hatte einen Bass neben sich stehn, der andere eine schwarze Flying V (mann, sind die häßlich), einer ein Mikrofon und einer die Drumsticks. Die hatten alle enge Hosen an und so Cowboystiefel (über die Hosen drüber). Obenrum weiß ich nicht mehr. Jedenfalls haben die alle voll lieb geguckt. Und waren ganz süße Typen. […]


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