“Und denk dran … !”

Das Kind ging heut allein zur Schule. Zumindest die zweite Hälfte des Weges, und sehr lang ist der nicht. Alleine gehen will es schon lange. Und ich bin so unentschlossen. Ich trau es ihm zu. Trotzdem. Das kleine Großstadt-Kind, das übermorgen erst 7 wird. Und ich küsste und drückte es, und es strahlte. Dann blieb ich noch stehen. Und wir winkten uns zu. Dann lief es weiter. Dann drehte es sich um und winkte ein zweites Mal. Und noch ein drittes Mal. Dann bog es um die Ecke. Und ich stand immernoch da (heimlich), weil ich wußte, daß ich seine Mütze gleich nochmal sehen würde. Und dann ging es über die Straße, schaute vorher nach links, dann nach rechts, dann wieder nach links. Dann sah ich es nicht mehr.

Und früher, als ich so alt war, da bin ich im Herbst so lange draußen geblieben, wie ich halt draußen bleiben durfte. Dunkel war es auch ein bisschen, und ich mit dem Fahrrad unterwegs, als ich ein wenig älter war. Zur Schule bin ich sowieso allein gegangen, sogar vom Kindergarten allein nach Hause (manchmal). Das war früher. Dieses “die Zeiten haben sich geändert” kann ich nicht mehr hören, das hängt mir sowas von zu den Ohren raus, denn wenn einer dann zu reden anfängt, werden die Augenbrauen immer so bedrohlich gehoben.

4 Responses to ““Und denk dran … !””


  1. Meine Tochter hat bös mit mir geschimpft, als ich sie am zweiten Schultag vom Bus (Oh mein Gott, das Kind! Bus fahren! In der ersten Klasse!)abgeholt habe. Ich habe ihr versprechen müssen, das nie wieder zu tun. Seufz.

  2. …und ich kann Dir so gut nachfühlen… wenn sie gehen… hinterlässt das einen richtigen Knoten im Bauch… und es hilft mir auch nicht daran zu denken, was ich früher in diesem Alter alles machen durfte… *seufz*

    GLG

    Andrea

  3. Ich hab das nicht ohne Tränchen geschafft. Auch nicht beim zweiten Kind. Die sehen in der Ferne aber auch gleich nochmal viel kleiner aus, als man sie gefühlt ohnehin findet, wenn sie verstehen…
    Beste Grüsse !
    Barbara

  4. … und ich bin mit 6 eine halbe Stunde durch ein Vorstadtviertel in die Schule marschiert, wo ich mir heute echt überlegen würde, ob ich da alleine lang gehen möchte. Früher war auch nicht alles besser. (Nur als Kind merkt man das nicht so.)


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